23. Dezember | Der Wolf und der Greif

Die Gravitationskräfte klebten Lennar Sjöberg in den Sitz, als sein Kampfjäger Sigrún einen abenteuerlichen Bogen beschrieb, um einem Geschoss auszuweichen. Der Himmel über Hochsaat war bleigrau, die Wolkendecke hing tief und schwer, als wolle sie das Schlachtfeld erdrücken. Feiner Schnee wehte quer durch die Luft, peitschte gegen die Kanzel und setzte sich sofort als milchiger Film auf das Glas. Lennars Atem bildete kleine Wölkchen in der Kabine. Eine Hand umklammerte den Steuerknüppel, die andere zog er eine der silbernen Scheiben vom Gürtel. Er war müde – seine Schultern brannten, die Finger waren taub vor Kälte –, doch gleichzeitig schoss das Adrenalin wie ein Rausch durch seine Adern. Seit Wochen kämpften sie auf Hochsaat. Seit Wochen derselbe zermürbende Rhythmus: Rückeroberung, Brandanschlag, Entführung, Sabotage. Immer wieder Schnee auf Asche, Asche auf Schnee. Eine offene Schlacht wie diese war wie eine Erlösung, endlich konnte er das tun, wofür er ausgebildet worden war: verteidigen. So zögerte er nicht, als nun der Feind in sein Sichtfeld kam. Die Scheibe surrte durch die Luft und durchtrennte eines der Stahlseile, das den Gleiterflügel hielt. Mit einem unangenehmen „Pling!“ entlud sich die Spannung, das Seil peitschte durch die Luft und hätte Lennar fast selbst aus der Bahn geworfen, wäre er nicht im letzten Moment darunter durchgetaucht. Über die Schulter beobachtete er, wie der beschädigte Flügel schlagartig abknickte und das Fluggerät aus der Bahn warf. Es trudelte gen Boden und drehte sich wie ein Kreisel um die eigene Achse, bevor es mit einem Feuerball mitten in einem schneebedeckten Kornfeld einschlug.

Direkt neben Sixten explodierte etwas. Zuerst dachte er, eines der großen schwarzen Segelschiffe hätte auf ihn geschossen. Der Druckstoß ging durch Mark und Bein, selbst durch die gepolsterte Kanzel seines Gleiters. Dann erkannte er die Wrackteile – verbogene Streben, Holzsplitter, Rauch, der sich wie ein dunkler Fleck über den weißen Acker legte. Ein Piratengleiter. Nass vom Schnee brannte er schlecht, aber er brannte. Um Sixten klang das dauerhafte Rauschen der Rufe über die Funkleitung – ein konstantes Gebrabbel gestresster Stimmen, die versuchten, Ordnung in das Chaos zu bringen, das die schwarzen Piratenschiffe in die Luft gebracht hatten. Sixten atmete durch, der Atem zog scharf in die Lunge. Seine Scheiben waren beschlagen, selbst innen, ein feiner Rand aus Eis hatte sich an den Metallnähten gebildet. Dann schossen bekannte Farben über ihn hinweg – dunkelblau, weiß gestreift. Ein Kampfjäger des Ordens. „Sigrún, Statusbericht?“, fragte er in den Äther. „Alles in Ordnung“, hörte er Lennar sagen. „Feindlicher Gleiter ausgeschaltet. Aber die Piraten versuchen, uns vom südlichen Geschwader abzuschneiden.“ Das ist mir auch schon aufgefallen, dachte Sixten – und das war nicht gut. „Erbitte Zustimmung zu zügigem Ortswechsel“, hörte er Lennar sagen, „sie sind zu viele.“

„Negativ“, sagte Corwin in die Sprechanlage. „Lass sie kommen. Haltet die Position.“ Ein vielstimmiger Widerspruch erhob sich aus dem Funkgerät. „Was tust du denn?“, fragte Airis verdutzt, am Steuer des wendigen Gleiters, auf dessen Sozius es sich der leicht beleibte Meister der Navigation mehr schlecht als recht bequem gemacht hatte. „Schau doch, unsere Leute sind eingekesselt! Sie müssen sich freifliegen!“ Vom Steuer ihres wendigen Gleiters aus hatte sie einen freien Blick über Hochsaat: unter ihnen lag das gefrorene Land wie ein zerknülltes Bettlaken, Dörfer mit rauchenden Ruinen, die nun kleine Schneehauben trugen, beschlagene Fenster, hinter denen Menschen ausharrten. Die Vigilantia schwebte über dem Schlachtfeld, ein Koloss aus Stahl, ihr Rumpf mit den Spuren des Frosts überzogen. Daneben zwei schwarze Piratenschiffe, die Segel wie blutige Schnitte im Grau des Himmels. Um sie herum zischten Gleiter und Jäger durch die Luft, tauschten feurige Geschosse aus, die im Schneefall kurze glühende Bahnen zogen. Am Boden wälzten sich die umgebauten Leviathane, die der Zentralrat der Wolkeninseln als Unterstützung geschickt hatte, durch gefrorenes Korn, rissen Erde und Eis auf, suchten jedoch vergeblich nach Aufwind, um sich in die Lüfte zu erheben, doch durch ihre schweren Eisenhüllen konnten sie sich nicht vom Boden lösen. Das Manöver der Piraten war deutlich sichtbar: Die Basis des Ordens, konzentriert auf dem Luftraum um die Vigilantia, sollte von den Kämpfenden abschnitten werden. „Corwin, warum sollen sie die Position halten?“, rief Airis über die Schulter in Richtung ihres Co-Piloten, doch der war mit sich selbst beschäftigt. „Die alten Geschichten …“, murmelte er. „Um die Mittagszeit ist er am stärksten.“ Airis blickte auf die Uhr. Tatsächlich, es war 12 Uhr.

12 Uhr – eigentlich Zeit für eine Mittagspause, dachte Finn. Er stand mit kalten Fingern und rot gefrorener Nase an Deck der Vigilantia und blickte auf die Kämpfenden, sich unter dem Bug des mächtigen Ordensschiffes verzweifelte Gefechte lieferten. Er war zur Rolle des passive Zuschauers verdammt, aber Evas Flugzeug ließ er nicht aus den Augen, leicht an dem typischen Muster zu erkennen. Jemand sollte ihr mal sagen, dass sie nicht mehr in einer Flitzkiste sitzt, sondern in einem eleganten Luftgefährt wie einem Gleiter, dachte er mit einem Grinsen. Großmeisterin hin oder her, seine alte Freundin war immer noch die Göre aus Nimbusheim, die sich nur zum Spaß in zweifelhaft aufgemotzten Flugapparaten von der Hafenkante stürzte, nur um nach mehreren Überschlägen auf dem Anleger zu landen, als wäre nichts gewesen. Auch heute noch war Eva wieder in halsbrecherischer Geschwindigkeit unterwegs und flog so abenteuerliche Manöver, dass die Fliehkräfte den Gleiter, der dafür nicht gebaut worden war, häufig beinahe auseinanderrissen. Gut, dass er nicht dem Orden beigetreten war. Sein fliegerisches Können beschränkte sich auf das sichere Bedienen eines Sternenfalters, der flog aufgrund seiner großen gläsernen Schwingen ohnehin fast von allein. Finn riss sich von der Betrachtung der Schlacht los und wollte sich gerade auf dem Weg zurück auf die Brücke machen, da ließ ihn ein Gefühl innehalten. Der Wind drehte sich. Er spürte eine Strömung in der Luft, fremd und gleichzeitig vertraut. Er blickte dorthin, wo der Kapitän der Vigilantia am Steuer stand und gab ihm mit den Fingern ein paar Zeichen, dass er seinen Kurs korrigieren solle. Der andere nickte und tippte sich dankend an den Hut. Da kam Finn eine Idee. Er rannte hinüber zur Brücke. „Darf ich?“, fragte er und ohne eine Antwort abzuwarten, griff er sich das Funkgerät.

„Alle Piloten, Keilformation und Kurs 24 Grad Nordnordwest halten“, hörte Eva eine vertraute Stimme über die Funke. „Finn?!“, brüllte sie über den Kampflärm. „Was sagst du?“ „Alle Piloten, Keilformation und Kurs 24 Grad Nordnordwest halten“, hörte sie ihn wiederholen. Sie schüttelte ungläubig den Kopf. Jetzt war es geschehen: All jene Verrücktheiten, zu der sie ihren alten Freund mitgeschleppt hatte, hatten ihn nun endgültig des Verstands beraubt. Man kesselte sie ein und nun sollten sie Formation fliegen, das vorhersehbarste aller Manöver? Mal davon abgesehen, dass er keinerlei Weisungsbefugnis im Orden hatte – bei Sixten Runvar lag das Kommando in dieser Schlacht. Es knackte in der Leitung und auf einmal hörte sie Corwins Stimme. „Conclave, ihr müsst tun, was dieser Mann sagt! Keilformation und unbedingt Kurs halten! Orientiert euch an der Vigilantia!“ „Wird gemacht“, hörte sie Sixten den Befehl übernehmen und die Koordination der Aufstellung übernehmen. Widerwillig steuerte Eva ihren Gleiter auf den Platz zu, den er für sie vorgesehen hatte und bremste ihn mit einem Mal so ab, dass er fast senkrecht in seiner Lück zum Stehen kam und sich nur langsam wieder senkte.

Mit knatternden Triebwerken war die Großmeisterin in die Anordnung hineingerauscht, wie Sixten bemerkte. Er quittierte das waghalsige Bremsmanöver mit einem Grinsen. „Formation steht“, meldete er knapp in die Funkleitung, nachdem er die letzten Piloten an ihre Plätze dirigiert hatte. Im Luftraum über Hochsaat verharrten nun Aufklärer und Verteidiger des C.A.F. in Position. Dunkelblaue Gleiter und metallene Kampfjäger, gesäumt von weißen Streifen, formierten sich um die Vigilantia in Form eines Dreiecks. Eva in der Spitze, Sixten am linken Flügel, Lennar rechts außen. Ganz in der Nähe hatte sich Airis eingereiht, hinter ihr sah er den Meister der Navigation sitzen. Für einen kurzen Moment wirkte das Schlachtfeld wie eingefroren. Nur die Flugzeuge der Piraten zuckten nervös hin und her, als wären sie nicht sicher, ob sie angreifen sollten. Dann griff Sixten ungeduldig zum Funkgerät, während er wütend zu Corwin hinüberstarrte. „Und was jetzt, Navigator?“, sagte er, doch er sah den anderen sich nicht rühren, er schien in Gedanken versunken. „Hildr ruft Feuervogel, bitte unverzüglich kommen!“, richtete er den Spruch gezielt an Airis‘ Gleiter. Er sah, wie Airis nach dem Funkgerät griff und es ihrem Sozius in den Schoß warf. Ein Knacken erklang, dann hörte man Corwin husten. „Wir warten.“ „Wie bitte?“ Sixtens Gesicht lief rot an. „Wir stehen jetzt einfach da und warten ab, bis man uns zusammenschießt?“, polterte er wütend.

Der Meister der Verteidigung war wütend, das konnte Corwin hören. „Finn, du gibst den Kurs vor, alle Einheiten folgen der Vigilantia!“, gab er das Kommando. „Bestätige“, hörte er Finn sagen. „Was ist das für ein Quatsch?“, donnerte Sixten Runvars Bassstimme über den Äther. „Warum machen wir sie nicht einfach platt?“ „Genau das tun wir gleich“, sagte Corwin versöhnlich ins Funkgerät, „nur etwas Geduld, es sollte jeden Moment losgehen.“ „Was geht los?“, fragte Airis. „Nur noch einen Moment“, murmelte Corwin, „na los, komm schon!“

Lennar spürte es zuerst. Die Sigrún vibrierte – nicht durch ihre Triebwerke, sondern der ganze Rumpf des Kampfjägers zitterte im Wind. Ein heftiger Seitenwind zerrte an seinem Schiff und es kostet ihn alle Kraft, auf Kurs zu bleiben. „Sigrún, Position halten“, funkte Sixten. „Du driftest ab.“ „Verstanden.“ Lennars Stimme war ruhig, aber seine Finger trommelten auf den Steuerknüppel. Er teilte die Ungeduld seines Meisters, warum ließ man sie nicht weiterkämpfen? Ein gezielter Schuss aus einer der Kanonenrohre und die halbe Verteidigung des Ordens würde in einem Feuerball aufgehen. Dann kam der Befehl. „Jetzt. Formation dreht West. Folgt der Vigilantia!“ Die Flotte bewegte sich wie ein Schwarm Fische, der einem Strom folgt. Die Piraten reagierten sofort, ihre Jäger lösten sich aus der lauernden Stellung und schossen nach vorn.

Direkt vor Evas Sichtfeld schob sich ein Piratengleiter aus dem Schneegestöber – und der Mann darin war ihr nur zu gut bekannt: der Glatzkopf im Pelz. Selbst aus der Entfernung sah sie den schweißnassen Besatz an seinem Mantel, dunkle Flecken, die sich wie frische Tinte ins Leder fraßen. Er erkannte sie ebenfalls, sein Mund verzog sich zu einem bösartigen Grinsen, als hätte er nur auf diesen Augenblick gewartet. Unter seinem Rumpf klappten die Geschütze in Position. Die Mündungen richteten sich auf sie. Eva hätte aus der Formation ausbrechen müssen. Ein einziger harter Schwenk, nur ein paar Meter – und sie wäre vielleicht aus der Schusslinie gewesen. Doch der Befehl galt und alle befolgten ihn. Welches Bild hätte es abgegeben, wenn ausgerechnet die Großmeisterin als Erste die Ordnung sprengte? In ihrem Kopf breitete sich eine merkwürdige Ruhe aus. War das also das Ende? Frontal abgeschossen von einem schwitzigen, schmierigen Luftpiraten? Dann flackerte das Mündungsfeuer auf. Eva schloss die Augen. Doch statt des Einschlags packte sie ein Aufwind – plötzlich, brutal, wie eine Hand am Kragen – und im selben Moment krachte es, als ihr Gleiter frontal in den des Piraten rammte. Metall schlug auf Holz, Splitter und Wrackteile stoben in den grauen Himmel. Der Glatzkopf schrie, schrill und überrascht, als er sich ohne fliegenden Untersatz wiederfand, nur noch Luft unter den Stiefeln. Die Schiffe des Ordens hatten sich wie von selbst verschoben, gepackt von einer unsichtbaren Strömung und wurden wie Schaum auf einer Wellenkrone nach vorn geschleudert – mitten in die Piraten hinein. Die Wucht der Formation riss Lücken, zerschlug Reihen, drängte die Verbliebenen zurück, bis das Geschwader sie vor sich hertrieb wie Treibgut im Sturm. „Waffen freigegeben!“, hörte Eva Sixtens Stimme über den Funk donnern.

Endlich Kampf! Für Lennar fühlte es sich an, als würde etwas in ihm einrasten. Die Kälte, die Müdigkeit, die tauben Finger – all das rückte in den Hintergrund, als sein Blick sich schärfte und die Welt auf wenige Fixpunkte eindampfte: Freund und Feind. Er feuerte die silbernen Scheiben in schneller Folge ab, ließ sie flach und präzise durch den Schneefall schneiden. Eine zersplitterte Cockpitscheibe hier, ein aufgerissener Flügel dort, ein Triebwerk, das funkenstiebend aussetzte – kein Schuss, der nicht traf. Die Sigrún wurde von der Strömung getragen, er musste sie einfach laufen lassen. Als ein Piratengleiter zu dicht herankam, ließ Lennar das Steuer los, klappte mit einer geübten Bewegung das Verdeck hoch und stellte einen Fuß auf den Pilotensitz. Eisiger Wind schlug ihm ins Gesicht, Schnee brannte in den Augen, doch er blinzelte nicht einmal. Der Ventusstab lag ruhig in seiner Hand. Der Pirat hatte gerade noch Zeit, überrascht den Kopf zu heben, da entlud sich der Stoß. Der Druck traf ihn mitten in der Brust, hob ihn aus dem Sitz, als wäre er ein Blatt Papier im Wind. Der Mann schlug wild um sich, überschlug sich mehrmals in der Luft und verschwand schließlich mit einem dumpfen Aufprall in einer Schneewehe weit unter ihnen. Lennar zog sich wieder ins Cockpit zurück, schloss das Verdeck und griff nach dem Steuer, als wäre nichts geschehen. Sein Atem ging schnell, aber gleichmäßig, die Augen hell und wach. „Sauber“, quittierte Sixten den Treffer über Funk.

„Ja, das war klasse“, schloss sich Finn dem Lob an, der vom Deck der Vigilantia eine gute Sicht auf das Kampfgeschehen hatte und beobachtete, wie die Reihen der Piraten immer mehr ausgedünnt wurden. Die Formation war unaufhaltsam. Eva preschte an ihrer Spitze voran, ihr Gleiter schnitt durch die Luft wie ein Messer. Hinter ihr folgte Sixten, der mit seinen Geschützen Piratenjäger aus der Bahn warf. Lennar flog links, Visier oben, den Ventusstab im Anschlag. Darüber Airis, wendig wie ein Schatten. Der Roggenwolf trug sie auf seinem Rücken, genauso, wie Corwin und er es vorhergesehen hatten. Um die Mittagszeit war die Strömung am stärksten und es war ein genialer Schachzug gewesen, die Formation auf den Pfad des Wolfes auszurichten. Im Funk knackte es. „Finn, Corwin, das ist genial“, hörte er Evas Stimme. „Das war der Wolf“, antwortete er knapp.

Eva atmete langsam aus. Die Kälte brannte in ihren Lungen, doch sie spürte sie kaum. Die Taktik der Navigatoren hatte funktioniert. Einer nach dem anderen verloren die feindlichen Gleiter an Höhe, trudelten außer Kontrolle und schlugen mit dumpfen Explosionen in die verschneiten Felder ein. Schwarzer Rauch stieg auf und verlor sich im grauen Himmel, Asche rieselte auf Weiß. Schließlich blieben nur noch die beiden großen Segelschiffe. Für einen Moment sah es aus, als wollten sie sich sammeln, als würden sie den Kampf doch noch aufnehmen. Sixtens Stimme schnitt hart durch den Funk. „Alle Einheiten. Formation auflösen. Wir machen sie fertig.“ Doch noch bevor der Befehl vollständig ausgesprochen war, drehten die Schiffe ab. Die blutroten Segel spannten sich, nahmen Fahrt auf, und die Silhouetten zogen sich zurück – schnell, entschlossen, feige. „Natürlich“, murmelte Eva. Unter ihr jagten einige der Verteidiger los, stürzten sich in die Verfolgung wie ein Schwarm wütender Insekten, doch die Piraten hatten den besseren Vorsprung. Meter um Meter wuchs die Distanz, bis die schwarzen Rümpfe nur noch dunkle Flecken im Dunst waren. Eva griff nach dem Funkgerät. Ihre Stimme war ruhig, fast nüchtern. „Abbruch. Alle Einheiten zurück. Lagebesprechung in Dreybergen.“ „Diese Feiglinge!“, polterte Sixten wütend durch die Leitung.

Eva schloss für einen Moment die Augen. Unter ihr lag Hochsaat – weiß vor Schnee, gezeichnet von Brandnarben, ausgelaugt, aber noch am Leben. „Ich weiß“, sagte sie leise. Dann öffnete sie die Augen wieder und blickte in die Richtung, in der die Piraten verschwunden waren. „Wir ziehen sie zur Rechenschaft. Aber nicht heute.“

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